Einführung
Immer mehr Unternehmen setzen beim Versand und in der Logistik auf kunststofffrei verpacken, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und regulatorische Vorgaben einzuhalten. Als Verantwortliche für RSE und nachhaltige Beschaffung möchten Sie Polystyrol oder Schaumstoffe durch 100 % recycelbare Alternativen ersetzen, ohne Abstriche bei Schutz und Performance zu machen. Wabenkarton, auch als Carton alvéolaire oder Wabenpappe bekannt, bietet hierfür eine clevere Lösung. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Materialeigenschaften Wabenkarton mitbringt, wie Sie seine ökologischen Vorteile nutzen und ihn erfolgreich in Ihre Lieferkette integrieren. Dabei berücksichtigen Sie Kosten, Wirtschaftlichkeit und konkrete Anwendungsfälle im Transport, in der Bau- und Industriebranche. Starten Sie jetzt mit einer praxisorientierten Umstellung auf plastikfreie Verpackungen.
Materialeigenschaften von Wabenkarton
Aufbau und Komposition
Wabenkarton besteht aus gewelltem Testliner-Papier oder Kraftliner, das zu einer sechseckigen Zellstruktur verklebt wird. Diese Hexagonalform verleiht dem Material hohe Druckfestigkeit bei gleichzeitig geringem Eigengewicht. Als Kleber dient in der Regel ein wässriger Vinylklebstoff ohne Kunststoffe, sodass die gesamte Struktur biologisch abbaubar bleibt.
Druckfestigkeit und Stoßdämpfung
Dank seiner Wabenstruktur erreicht Wabenkarton Druckfestigkeiten von über 45 Tonnen pro Quadratmeter, manche Varianten halten sogar bis zu 55 Tonnen aus. Damit schützt er empfindliche Ware genauso zuverlässig wie Polystyrol oder Polyurethanschaum (Estic-Maillot). Die Stoßdämpfung minimiert Beschädigungen beim Handling oder Erschütterungen auf dem Transportweg.
Gewicht und Transportvorteile
Wabenkarton ist extrem leicht – teils bis zu 60 % leichter als vergleichbare Kunststoffpolster. Das senkt Ihr Gesamtgewicht pro Sendung und reduziert CO₂-Emissionen beim Versand. Gleichzeitig verringert das Handling leichter Einlagen das Risiko muskuloskelettaler Erkrankungen bei Ihren Mitarbeitenden (Estic-Maillot).
Ökologische vorteile nutzen
Recyclingfähigkeit und Biodegradabilität
Da Wabenkarton vollständig aus recyceltem oder recycelbarem Papier gefertigt wird, lässt er sich nach Gebrauch ohne Aufbereitung in den Papierkreislauf zurückführen. Er ist 100 % biologisch abbaubar und erfüllt so die Anforderungen moderner umweltfreundlicher Verpackungsmaterialien.
CO₂-Einsparung im Transport
Weniger Gewicht bedeutet niedrigere Frachtkosten und weniger CO₂-Ausstoß. Studien zeigen, dass jedes Kilogramm weniger Verpackungsgewicht den Schadstoffausstoß um bis zu 0,5 kg CO₂-Äquivalente pro 100 km Frachtweg senken kann. In Summe tragen Sie so deutlich zur Reduzierung Ihres CO₂-Fußabdrucks bei.
Einhaltung von EU-Richtlinien
Die Nutzung von Papier und Karton für Wabenkarton-Einsätze unterstützt die Einhaltung der EU-Vorgaben von 2024, die Einwegverpackungen als recycelbar und wiederverwendbar definieren (Estic-Maillot). So sichern Sie Compliance und stärken Ihre CSR-Berichte.
Einsatzbereiche im transport
Ladungssicherung ohne Kunststoff
Wabenkarton-Keile, -Einlagen und -Zwischenlagen eignen sich ideal, um Produkte in Containern, auf Paletten oder in Kisten formschlüssig zu fixieren. Sie eliminieren den Bedarf an Polystyrolkeilen oder Schaumstoff und verhindern Verrutschen während des Transports.
Keile, Einlagen und Palettenfüllung
Die Flexibilität in der Dicke (8 mm bis 100 mm) ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen:
| Dicke (mm) | Anwendung |
|---|---|
| 8–20 | Schutz von Rollen, Hohlraumfüllung |
| 20–50 | Palettenzwischenlagen, Formkeile |
| 50–100 | Schwerlastsicherung, Schwergewichte |
Sektoren im Fokus
Typische Branchen, in denen Wabenkarton etablierte Alternativen bietet, sind:
- Automobilindustrie
- Haushaltsgeräte
- Kunststoffverarbeitung
- Luft- und Raumfahrt
- Logistik und Versand
Anwendungen in bau und industrie
Bauliche Dämpfschutzlösung
Im Bauwesen kommt Wabenkarton vertikal als Dämmelement zum Einsatz, um Erschütterungen bei Erdbeben zu mindern. In Anlehnung an Eurocode 8 reduzieren diese Paneele den Stoß zwischen Gebäuden und tragen zu einer ökologischeren Bauweise bei.
Visual communication mit Graphilite
Für Messen, Ladeneinrichtungen oder Präsentationen bietet Estic Maillot Graphilite®-Platten aus weiß beschichtetem Kraftliner. Sie sind plan, druckfähig und FSC®-zertifiziert – perfekt für hochwertige, plastikfreie Displays (Estic Maillot).
Kundenspezifische Modularität
Dank lokaler Fertigung passen Sie Länge, Breite und Höhe individuell an. Ob Clamshell-Einlagen oder großformatige Baumaterialien, Wabenkarton skaliert flexibel nach Ihrem Bedarf.
Integration in ihre lieferkette
Lieferantenauswahl und Maßanfertigung
Kooperieren Sie mit spezialisierten Produzenten wie Estic Maillot, die seit 1924 zugeschnittene Wabenplatten liefern. Legen Sie Spezifikationen für Stärke, Zellgröße und Oberflächenbeschichtung fest, um optimale Performance sicherzustellen.
Qualitätssicherung und Normenkonformität
Stellen Sie sicher, dass Ihre Lieferanten CSR-Vorgaben und Transportmittel-Sicherheitsanforderungen (TMS) erfüllen. Dokumentieren Sie Materialprüfungen und behalten Sie Chargennummern im Blick, um Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
Schulung und Arbeitssicherheit
Schulen Sie Ihr Team im Umgang mit Wabenkarton: durch sein geringes Gewicht und das Fehlen von Nägeln oder Splittern sinkt das Verletzungsrisiko deutlich. Klare Arbeitsanweisungen und ergonomische Förderprozesse steigern Effizienz und Sicherheit.
Wirtschaftlichkeit und kosten
Werkzeug- und Anschaffungskosten
Im Vergleich zu Werkzeugen für Kunststoffformen sind die Stanzen und Schneidewerkzeuge für Wabenkarton kostengünstiger. Häufig amortisieren sich die Investitionen bereits im ersten Jahr durch geringere Material- und Entsorgungskosten.
Lebenszykluskostenrechnung
Berücksichtigen Sie nicht nur den Preis pro Quadratmeter, sondern auch Entsorgung, Recycling und potenzielle Schadensersatzkosten durch Verpackungsschäden. Eine Lebenszykluskostenanalyse zeigt oft Vorteile für Wabenkarton gegenüber Polystyrol oder Schaumstoffen.
Langfristige ESG-Vorteile
Durch den Umstieg auf kunststofffrei verpacken stärken Sie Ihre Nachhaltigkeitsbilanz, verbessern Ihre CSR-Kennzahlen und steigern die Attraktivität bei Kunden und Investoren. Das zahlt sich langfristig in Form von Imagegewinn und Wettbewerbsvorteilen aus.
Fazit und nächste schritte
Wabenkarton bietet Ihnen eine überzeugende Kombination aus Stabilität, Leichtgewicht und Umweltfreundlichkeit. Mit Druckfestigkeiten bis zu 55 Tonnen pro Quadratmeter schützt er Ihre Produkte genauso zuverlässig wie herkömmliche Kunststoffe, erfüllt EU-Richtlinien und senkt Transport-CO₂. Starten Sie am besten mit einem Pilotprojekt:
- Definieren Sie Schutzanforderungen und Materialstärken
- Lassen Sie Musterplatten anfertigen
- Messen Sie Frachtkosten und Schadensrate
- Schulen Sie Ihr Team im Handling
- Skalieren Sie sukzessive auf komplette Linien
So machen Sie Ihre Verpackung nicht nur plastikfrei, sondern auch wirtschaftlich und zukunftssicher.
Häufig gestellte fragen
Was bedeutet kunststofffrei verpacken?
Kunststofffrei verpacken heißt, komplett auf Kunststoffe wie Polystyrol, Polyethylen oder Schaumstoffe zu verzichten und stattdessen Materialien wie Papier, Karton oder Fasern einzusetzen, die zu 100 % recycelbar oder biologisch abbaubar sind.
Wie stabil ist Wabenkarton im Vergleich zu Polystyrol?
Wabenkarton bietet eine Druckfestigkeit von über 45 Tonnen pro Quadratmeter und damit ähnliche oder bessere Schutzwirkung als viele Polystyrol-Varianten.
Kann Wabenkarton in feuchten Umgebungen eingesetzt werden?
Standard-Wabenkarton ist nicht wasserfest. Mit einer Folien- oder Beschichtungsbehandlung lässt sich die Feuchtigkeitsresistenz jedoch deutlich erhöhen, etwa für Baustellen oder Kühltransporte.
Welche Dicken stehen bei Wabenkarton zur Verfügung?
Die gängigen Dicken reichen von 8 mm bis 100 mm. Dünnere Platten eignen sich für leichte Einlagen, dickere Varianten für Schwerlastsicherung und industrielle Anwendungen.
Wie entsorge ich Wabenkarton am Ende seines Lebenszyklus?
Wabenkarton lässt sich in der Altpapiersammlung entsorgen. Er wird recycelt und erneut zu Papierprodukten aufbereitet, wodurch ein geschlossener Materialkreislauf entsteht.